1.) Luft-Wasser Wärmepumpe
Außeneinheit - Verdampfer
Bei diesem Wärmepumpentyp wird die Umgebungsluft als Ener-giequelle genutzt. Durch die neuen Bauarten der Ventilatoren sind die Geräusche an der Außeneinheit äußerst gering, sodass keine Belästigungen entstehen. Bei bestehenden Wohngebäuden ist die Luft-Wasser-Wärmepumpe (L/W-WP) oft die wirtschaftlichste Lösung, wenn es um den Heizungsaustausch oder um eine Zusatzheizung geht.
Inneneinheit - Kompressor, Pumpe, Pufferspeicher
Zur Energiekosten sparenden Modernisierung oder Sanierung kann die eingesetzte Wärmepumpe den bisherigen konventio-nellen Wärmeerzeuger, z.B. Ölkessel oder Gastherme, vollständig und vollwertig ersetzen. Die Heizkörperflächen sind auf geeignete Größe hin zu überprüfen, und in Teilbereichen zu vergrößern oder auszutauschen. Die Gebäudehülle, also Fassade, Kellerdecke, Dach und Fenster sollten auf einem sehr guten energetischen Standard liegen, ggf. nachgebessert werden. Beim Neubau ist die L/W-WP eine kostengünstige Heizung, sofern eine gute und möglichst luftdichte Wärmedämmung ohne Wärmebrücken vorhanden ist. Für diese Wärme-pumpe sind keine behördlichen Genehmigungen einzuholen. L/W-WP werden in jeder benötigten Leistungsklasse angeboten. In der Bauweise stehen prinzipiell zwei unterschiedliche Geräte- und Aufstellungsarten zur Wahl.
- Außenaufstellung werden relativ kurze, gut isolierte Vor- und Rücklaufleitungen für das Heizwasser zwischen Haus und Wärmepumpe verlegt. Bei diesen Geräten ist ganz be-sonders auf die Angaben zur Geräuschlautstärke, den Lärm- oder Schalldruckpegel, zu achten, um zumindest mit der Nachbarschaft keinen Ärger zu bekommen.
- Innenaufstellung werden Maueröffnungen benötigt, um die Luftzufuhr und Luftabfuhr über fachgerecht gedämmte Kanäle zur und von der Wärmepumpe zu ermöglichen. Die Wärme-abgabe der Luftwasserwärmepumpe erfolgt am besten über Flächenheizungen wie die Fußboden-, Wand- oder Deckenheizung. Für sehr kalte Tage ist bei fast allen L/W-WP ein Elektroheizstab, auch Heizpatrone genannt, als Zusatz- und Notfallheizer vorgesehen, der das Heizwasser z.B. im Pufferspeicher oder im Kombispeicher für Heiz- und Brauchwasser erwärmt.
Vorteile:
- relativ günstige Anschaffung
- unkomplizierter und schneller Einbau
- Nachteile: Geräusche durch Ventilatoren
- Zusatzheizen mit elektr. Heizpatrone im Winter erforderlich
- Geringe Leistungszahlen von 3,5
2.) Sole-Wasser Wärmepumpe
Geothermiebohrung
Die Sole-Wasser-Wärmepumpe nutzt die kostenlos zur Verfügung stehende Erdwärme. Um diese regenerative Energiequelle nutz-bar machen zu können, werden Erdkollektoren oder Erdsonden eingesetzt, die teilweise bis zu 100 m in das Erdreich gebohrt werden (siehe » Geothermie-Bohrung). Kollektoren und Sonden bestehen aus unverrottbaren Kunststoffrohren, die als geschlossene Kältekreise verwendet werden.
Ein elektrischer Kompressor verdichtet das Kältemittel, die entstehende Wärme wird dem Heizungssystem und der Warmwasserbereitung zugeführt. Ein Speicher von ca. 400-600 Ltr. wird als Wärmepuffer eingesetzt, um ein takten der Wärmepumpe zu verhindern. Gas oder Öl werden nicht mehr verbrannt. Optimal ist der Einsatz einer Wärmepumpe in gut gedämmten Gebäuden, möglichst mit Fußbodenheizung, oder ausreichend groß dimensionierten Heizkörpern.
Erdkollektoren werden waagerecht im Boden Ihres Grundstückes verlegt, als Schleifen. Etwa die doppelte Wohnfläche wird als Kollektorfläche benötigt. Eine recht große Grundstücksfläche wird zur Beheizung des Gebäudes benötigt. Für die Errichtung einer Erdsondenanlage sind in der Regel mehrere Bohrungen zu erstellen. Es können ca. 5,0 kW/Bohrloch an Wärmemenge dem Boden entzogen werden. Bei geringen Platzverhältnissen ist dies die optimale Lösung. Bei der Sole-Wasser-Wärmepumpe ist es in Kombination mit Fußbodenheizung möglich, im Sommer das Gebäude zu kühlen.
Vorteile:
- sehr hohe Leistungszahlen von 4,5 möglich
- geringste el. Energiekosten, bei gut gedämmten EFH ca. 600-700€/a
- Entkopplung vom Gas und Erdöl, große Versorgungssicherheit
- Kühlung des Gebäudes möglich
- Gas-Anschlussgebühren oder Wartungen am Öl-Tank entfallen
- keine Gebühren für Schornsteinfeger mehr erforderlich
- hohe Fördermöglichkeiten mit Zuschüssen möglich
Nachteile:
- hohe Anschaffungskosten bei Geothermie
- Aufwendige Installation der Erdbohrungen
3.) Wasser-Wasser Wärmepumpe
Jahreszeitlich unabhängig gleich bleibend hohe" Temperaturen von 8 bis 10 °C machen Grundwasser zu einer günstigen Wärmequelle für den Wärmepumpenbetrieb. Zur Nutzung des Grundwassers ist ein Saugbrunnen und in mindestens 10 Meter Abstand (in Grundwasserfließ-richtung) ein Schluckbrunnen zu errichten. Eine Pumpe fördert aus dem Saugbrunnen Grund-wasser zum Verdampfer der Wärmepumpe, in der dieses um etwa 3 °C (max. 5 °C nach Wasser-haushaltsgesetz) abgekühlt wird. Von dort wird es über den Schluckbrunnen wieder in den Grund-wasserleiter eingeleitet. Damit wird dann das Wasser erwärmt, das im Heizkreislauf Ihrer Heizungsanlage zirkuliert. Vor der Entscheidung für Grundwasser als Wärmequelle ist eine Wasseranalyse unbedingt einzuholen. Auch die Ergiebigkeit des Grundwassers sollte im Vorfeld durch einen Pumpversuch abgeklärt werden. Die Nutzung des Grundwassers ist genehmigungs-pflichtig! Dies ist zurzeit die effektivste Möglichkeit der Wärmepumpennutzung. Ein höherer Wartungsaufwand, der die Verschlammung der Brunnen verhindert, steht dem gegenüber.
Vorteile:
- Sehr hohe Leistungszahlen von 5,5
Nachteile:
- Verschlammung der Brunnen möglich
- In Trinkwasser geschützten Bereichen kein Einsatz möglich





